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Superkraft am Arbeitsplatz: Empathie

20 Dec 2017

Superkraft am Arbeitsplatz: Empathie

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Was ist in Ihren Augen eine Superkraft am Arbeitsplatz? Vermutlich kommen Ihnen zunächst Eigenschaften wie Begeisterungsfähigkeit, Einflussreichtum und Leistungsstärke in den Sinn. An Empathie würden wohl die wenigsten denken.

Empathie ist eine Fähigkeit die im Arbeitskontext häufig übersehen wird. Frans de Waal beschreibt Empathie als den „sozialen Kleber, der die menschliche Gesellschaft zusammenhält“ und bezieht sich dabei auf das Bewusstsein für die eigenen sowie die Gefühle, Bedürfnisse und Sorgen anderer Personen. Die Fähigkeit empathisch zu sein, mindert das Auftreten von schlechter Arbeitsmoral, Missverständnissen und Konflikten und ermöglicht es einer Person somit, bedeutsame und langanhaltende Beziehungen zu anderen aufzubauen.

Empathie vs. Sympathie: Wo liegt der Unterschied?

Obwohl viele Menschen glauben, Empathie und Sympathie seien identisch, sind sie tatsächlich zwei völlig unterschiedliche Eigenschaften. Empathie ist die Fähigkeit die Gedanken, Emotionen und Erfahrungen anderer Personen zu verstehen, während Sympathie Mitleid und Traurigkeit für das Unglück einer anderen Person hervorruft. In anderen Worten ist Empathie die Fähigkeit, sich in eine andere Person hineinzuversetzen, sich Ihrer Gefühle bewusst zu machen und Ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Wie kann man Empathie am Arbeitsplatz entwickeln?

Aufmerksam sein.

Die meiste Zeit vergessen wir die Gefühle anderer Personen in Betracht zu ziehen, da wir zu beschäftigt mit unseren eigenen Gedanken sind. Diese Mentalität kann Missverständnisse und Konflikte innerhalb eines Teams provozieren und in Konsequenz eine vergiftete und gezwungene Arbeitsatmosphäre schaffen. Aus diesem Grund sollten sich Arbeitgeber als auch -nehmer die Zeit nehmen, sich mit ihren eigenen Gefühlen sowie mit denen ihrer Kollegen auseinanderzusetzen, bevor sie ein Urteil fällen. Wenn Sie beispielsweise mit Ihren Kollegen sprechen, versuchen Sie die Information nicht nur auf Inhaltsebene wahrzunehmen, sondern denken Sie darüber nach, was gesagt wird und wie es gesagt wird. Äußern Ihre Kollegen evtl. bestimmte Gesichtsausdrücke, ein Sprachtempo oder Gesten, die dem Inhalt ihrer Nachricht widersprechen? Sich den nonverbalen Hinweisen in der Kommunikation bewusst zu werden und über das was gesagt wird, genau nachzudenken, wird es Ihrem Team ermöglichen, besser zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.

Bereit sein, zuzuhören.

Es erfordert mehr als nur Aufmerksamkeit um Empathie zu zeigen; Sie müssen auch bereit sein zuzuhören. Ein aktueller Bericht von Oxford Open Learning Trust zeigt, dass die Top drei Fähigkeiten, die Unternehmensführer von ihren Mitarbeitern erwarten, soziale Kompetenz (71 Prozent), Teamfähigkeit (70 Prozent) und effektive Kommunikation (68 Prozent) sind. Jede dieser Fähigkeiten erfordert eine ganz bestimmte Stärke: Zuhören. Egal ob Ihre Kollegen eine Idee diskutieren oder einen Rat einholen wollen, die Bereitschaft, Ihnen zuzuhören, wird den Team-Zusammenhalt stärken und ein positiveres und unterstützendes Netzwerk schaffen. Insbesondere für Nachwuchs Führungskräfte ist Empathie eine wichtige Voraussetzung, da sie ihnen ermöglicht, den Fokus von den eigenen Ambitionen auf die des Teams zu lenken, anderen in ihrer Karriereentwicklung zu helfen und zu verstehen, was alle zum Unternehmenserfolg beitragen können.  

Die Unternehmens Vision erinnern.

Eine Studie des Beratungsunternehmens Development Dimension International (DDI) mit über 15.000 Unternehmensführern weltweit konnte zeigen, dass Empathie einer der wichtigsten Prädiktoren für die Leistung am Arbeitsplatz darstellt. Aber warum ist das so? Das Maß an Empathie für die Firma und Kollegen hängt eng damit zusammen, wie ein Unternehmen seine Vision mit den Mitarbeitern teilt. Wenn eine Führungsperson dazu in der Lage ist, seinen Mitarbeitern das Gefühl zu vermittelt, Teil eines Netzwerks zu sein, das gemeinsam auf dasselbe Ziel hinarbeitet, so kann dies die Dynamik der Arbeitskräfte fördern. Beispielsweise können Sie Arbeitnehmer durch regelmäßig erscheinende Magazine an dem Unternehmenserfolg teilhaben lassen, sie dazu ermutigen, aktuelle Projekte zu diskutieren oder in Wettbewerben gegeneinander antreten lassen. Auf diese Weise können Sie Arbeitnehmer dabei unterstützen, sich als Teil des Großen Ganzen zu fühlen und stärker mit dem Unternehmen zu identifizieren und schaffen somit eine offenere, positivere und kooperativere Arbeitskultur. 

Warum ist Empathie am Arbeitsplatz so wichtig?

Gemäß einer Studie des Unternehmens Businesssolver, glauben 31 Prozent der Arbeitnehmer, dass Profit das einzige ist, was für ihr Unternehmen zählt und die Belange der Mitarbeiter nicht von Relevanz sind. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine bedeutende Anzahl an Arbeitnehmern weltweit ihren Arbeitsplatz als emotionslos, fordernd und unter Druck setzend wahrnimmt und der Überzeugung sind, ihr Unternehmen sei lediglich daran interessiert, den finanziellen Erfolg, auch auf Kosten der Mitarbeiter, voranzutreiben. Eine solche Wahrnehmung des Unternehmens kann der Unternehmensvision erheblichen Schaden zufügen, indem sie die Produktivität und Arbeitsmoral der Mitarbeiter schmälert.

Die Motivation der Mitarbeiter ist das Fundament auf der jede erfolgreiche Firma baut. Aus diesem Grund kann die Qualität der Arbeitsatmosphäre darüber entscheiden, ob die Firma in Zukunft vorankommen oder scheitern wird. Wenn ein Unternehmen Empathie für seine Mitarbeiter zeigt, erschafft es eine respektvollere, positivere und produktivere Arbeitsumgebung für das Kollegium und macht sich somit eine wahre Superkraft am Arbeitsplatz zunutze.